Mit Feuerball und Elfenklinge
Kapitel 1
Flammraijl ließ die Stadttore hinter sich und schlenderte die breite Strasse zur Oberstadt hinauf, um auf dem wöchentlich stattfindenden Markt wieder einmal seine Vorräte aufzufüllen. An ihm vorbei rumpelten die beladenen Karren der Bauern, die ihre Ochsen antrieben um noch einen der begehrteren Standplätze am Rande des Marktes zu erhalten. An den Häuserwänden hielten Bettler ihre Schalen in die Höhe und baten stumm um Nahrung oder ein paar Münzen. Er vermied es in die Augen der ausgemergelten Gesichter zu schauen. Er wusste, dass ein Blickkontakt den Almosenempfänger dazu aufforderte dem Reisenden mit Nachdruck um ein kleines Opfer zu bitten. Flammraijl schaute nach vorne und sah an einem der noch vor ihm liegenden Häuser ein kleines Messingschild in der Sonne blitzen. In eingeätzten verschnörkelten Buchstaben stand der Name der Schenke: Goldbarsch.
Aus der weit geöffneten Tür drangen schon zu dieser frühen Zeit reichlich Rauchschwaden. Als der Elf an der Tür vorüber ging und einen Blick in das Innere der Gaststube warf, sah er, dass auch die Tische schon gänzlich besetzt waren. So beschloss er zunächst seine Besorgungen auf dem Markt zu erledigen und auf dem Rückweg sich hier mit einen kleinen Schluck zu erfrischen.
Als er den Marktplatz erreichte blickte er sich um. Der Markt von Hohenburg, auf einer Steilklippe am Meer gelegen, hatte schon immer etwas besonderes gehabt. Während auf der einen Seite die Bauern ihr Vieh anpriesen, schallten von der anderen Seite die Stimmen der Marktschreier von köstlichen Früchten und deftigem Gemüse. Im äußeren Kreis des Treibens zeigten Händler ihre kostbaren Stoffe und wettergezeichnete Seeleute ihre merkwürdigsten Errungenschaften von ihren weiten Reisen. Dann folgten die Schmiede mit Ihren Waffen und glänzenden Rüstungen sowie die Werkzeugbauer mit Ihren Messern, Zangen und Löffeln. Im Inneren Kreis, um einen großen Brunnen in der Mitte des Marktes, zeigten schließlich die Goldschmiede und Edelsteinschleifer ihre Kunst, deren Stände nur noch vom Duft der Gewürz- und Räucherwerkstände unterbrochen wurden.
Flammraijl schritt gemächlich durch das Gedränge und begutachtete die süßlich riechenden Früchte und das würzige abgehangene Fleisch. Als er an einen Fruchtstand herantrat um sich mit dem Bauern über den Preis für die Ware zu einigen, wurde sein Blick bei der Betrachtung der Früchte plötzlich zunehmend unschärfer. Er schüttelte kurz den Kopf, doch die Unschärfe verschwand nicht. Der Umriss des Marktstandes, der vor Flammraijl lag, begann vor seinen Augen zu verschwimmen. Zu spät erkannte der Elf ein starkes Magiegeflecht, das ihn immer mehr einhüllte. Er blickte sich um und suchte den Urheber des Zaubers. Seine Finger kribbelten und er blickte erschreckt auf seine Hände, die durchsichtig geworden waren. Dann spürte Flammraijl wie sich sein Körper langsam aufzulösen begann. Angefangen mit den Fingerspitzen, lösten sich nach und nach erst seine Hände, dann seine Arme bis zu den Ellenbogen immer schneller in Nichts auf. Panisch richtete Flammraijl die Augen wieder auf den Obststand vor ihm. Die Früchte verschwammen in vielfältigen Farben vor seinen Augen. Der Bauer hinter dem Stand war einige Schritte von ihm zurückgewichen. Furcht und Entsetzen lag in seinen Augen. Die anderen Käufer, die eben noch neben ihm standen, liefen schreiend davon. Zuletzt erkannte er eine dunkle Gestalt die mit blitzenden Augen und einem bösartigen Lächeln in der Menge stand. Er griff nach seinem Schwert und sprang auf die Gestalt zu. Ein kurzer Blitz leuchtete auf, Flammraijl wurde geblendet, dann folgte schwarze Dunkelheit und er stürzte zu Boden. Doch er schlug nicht auf das Kopfsteinpflaster auf, sondern sanft begann die Dunkelheit ihn zu umhüllen........
Wie lange die Reise nun schon andauerte konnte Flammraijl nicht sagen. Schleichende Müdigkeit stieg in seine Knochen und es fiel ihm immer schwerer seine Augen offen zu halten. Immer häufiger fielen ihm die schweren Lider zu bis er schließlich einschlief und sein Körper sich den benötigten Schlaf holte. Als er wieder erwachte blickte er sich um. Die kleinen Kometen waren irgendwann undurchdringlicher Dunkelheit gewichen. Er verspürte jetzt keine Furcht mehr, sondern neugierig erwartete er das Ende dieser Reise. Wo würde sie ihn hinführen? Hatte er eine irgendwo Bestimmung zu erfüllen?
Mit einem unerwarteten Ruck wurde Flammraijl aus seinen Gedanken gerissen. Fast wäre er auf einen vor ihm liegenden Steinboden gestürzt, denn die Lichtarme und der sichere Wirbel verschwanden plötzlich und der sichere Halt war fort. Er stolperte in eine Halle, deren lodernde Fackeln ein großes Gewölbe erleuchteten. An beiden Seiten ragten lange verzierte Säulen in die Höhe. Flammraijl blickte entlang der Säulen nach oben, konnte jedoch kein Ende oder eine abgestützte Decke erkennen. Ein leises Geräusch, fast wie ein Atmen, drang an seine Ohren. Die Wänden reflektierten den Klang während die Säulen ihn verschluckten. Langsam drehte er den Kopf hin und her, um die Richtung auszumachen aus der die Klänge kamen. Vorsichtig ging er zwischen den Säulen hindurch. Immer wieder blieb er stehen um nach der Herkunft des merkwürdigen Klanges zu lauschen. Er umrundete gerade eine der dickeren Säulen, der Stein fühlte sich kalt und rau an, da erblickte er den Ursprung des Geräusches und ihm stockte der Atem.
Flammraijl stand vor einer großen drachenähnlichen Echse, die scheinbar schlafend auf dem Boden der großen Halle lag. Sofort kamen ihm Erzählungen von Barden in den Kopf, die von Drachen aus längst vergangenen Zeiten berichteten. Der Körper des Flügelwesens war bedeckt mit großen Schuppen, die im Fackellicht, das unruhig an den Säulen flackerte, wie Bronze schimmerten. Die lederartigen Schwingen waren an dem schlanken Körper angelegt und hoben sich bei jedem Atemzug leicht empor. Der Kopf mit den langen, nach hinten aufsteigenden Hörnern, ruhte auf einem der vorderen Klauen und dünner Rauch stieg aus den Nüstern hervor. Die Augen der Bestie waren geschlossen. Flammraijl wollte sich gerade abwenden, um einen Fluchtweg zu suchen, da blitzte es unter einem der Lider auf.
Langsam öffnete die Echse eines ihrer Augen und sah den Eindringling mit starrem, fast leblosen aber dennoch berechnend abschätzendem Blick an. Ein Wille drang in Flammraijls Kopf ein und suchte einen Weg zu seinen Gedanken. Der Elf versuchte sich abzuwenden, doch er konnte sich dem Blick des Drachen nicht entziehen. Starr vor Angst wollte er schreien, doch der Schrei blieb ihm in der Kehle stecken. Mit einem Ruck erhob sich der Drache. Eine Klaue schoss vor, versuchte ihn zu greifen. Flammraijl stockte der Atem.
Noch bevor Flammraijl seine Augen öffnen konnte nahm er eine unerträgliche Hitze und grelles Sonnenlicht wahr. Ein ungutes Gefühl überkam ihn und sein Magen verkrampfte sich. Instinktiv spürte er, dass er nicht alleine war. Er spürte, dass er beobachtet wurde. Vorsichtig öffnete er seine Augen. Die Sonne schien ihm grell ins Gesicht, seine blasse Haut begann sich von der sehr starken Sonneneinstrahlung bereits zu röten. Ein Gemisch aus Sand, Salz und Blut klebte in seinem Mund, er spuckte aus und richtete sich langsam auf. Nachdem sich seine Augen ein wenig an das Licht gewöhnt hatten, und er die Kapuze seines Umhangs über den Kopf gezogen hatte, sah Flammraijl, dass zwei große Schatten auf ihn zugerannt kamen. Noch waren sie viele Schritte entfernt, doch als sie näher kamen erkannte der Elf, dass es sich um zwei riesige affenartige Kreaturen mit großen Wolfsköpfen handelte. Die Wesen hatten langes zotteliges dunkelbraunes Fell und an den Händen und Füßen lange gebogene Krallen. Die Ohren auf dem eher grau behaarten Wolfskopf waren aufgerichtet. Lange spitze Eckzähne, die sich deutlich von den anderen hervorhoben, machten deutlich, dass es sich um Raubtiere handelte. Ihr Opfer mit stechendem Blick beobachtend, verlangsamten sie nun ihre Schritte und begannen den Elfen einzukreisen.
Immer noch den eindringlichen Blick des Drachen vor Augen, versuchte Flammraijl erschreckt das Schwert zu ziehen, doch es hatte sich beim Aufprall verkantet und ließ sich nicht aus der Scheide ziehen. Den Tod vor Augen versuchte er sich krampfhaft an einen Schutzzauber zu erinnern, da hallten entfernte Rufe an seine Ohren. Zwei Worte wurden gerufen, die Wesen verharrten für einen Augenblick und zögerten. Die Stimme erklang erneut „Ral `Tar, K´hal `Thar, seht zu, dass ihr herkommt!“. Die Kreaturen ließen von ihm ab. Sein Blick folgte den beiden Wesen, und erst jetzt bemerkte der immer noch benommene Elf einen weiteren kleineren Schatten, der etwas abseits stand. Als die beiden Wesen den Schatten erreichten trug der Wind einige Laute zu ihm herüber, die er jedoch nicht verstand. Die Kreaturen hielten sich nun einige Schritt hinter dem kleinen Schatten, der sich nun langsam in seine Richtung bewegte.
Bei dem Schatten handelte es sich um einen alten Mann, der sich in einen grauen abgetragenen Umhang gehüllt hatte. Sein Gesicht hatte er mit Tüchern abgedeckt, die nur einen kleinen Spalt für die Augen ließen. Er stützte sich auf einen langen verzierten Holzstab mit einer metallenen Spitze. Die Spitze war schon stark angerostet und hinterließ dort, wo sie in den Boden eindrang, kleine Löcher.
„Wer seid Ihr und was macht Ihr hier?“ Der Wanderer kam auf Flammraijl zu, blickte aber dennoch an ihm vorbei. Der Elf drehte seinen Kopf und stellte mit erneutem Entsetzten fest, dass sich einige Schritt hinter ihm drei weitere Gestalten aufhielten, die er bis dahin nicht bemerkt hatte. Genau betrachtete Flammraijl jeden einzelnen von ihnen. In einer dunkelbraunen Robe, die bereits einige kleinere und größere Löcher aufwies, stand links von ihm eine deutlich gebeugte Gestalt. Ein alter Mann, der sich mit beiden Händen auf einem verknöcherten Wanderstab stützte. Beide Hände waren, wie auch sein Gesicht, sehr faltig und seine Haut hatte eine unnatürlich gelbe Farbe, als ob er viel Zeit an Orten ohne Licht verbracht hätte. Einzig und allein seine funkelnden grünen Augen, die forschend unter seinen grauen Haaren hervorstachen, zeigten, dass sein gebeugter Körper nicht vom zunehmenden Alter herrührte.
Rechts von ihm stand ein sehr junger Mann, der von oben bis unten in mattes schwarzes Leder gekleidet war. Ein leichter schwarzer Umhang lag lose über seinen Schultern. Er hatte eine helle blasse Haut und lange blonde Haare, die nach Art der Barbaren an beiden Seiten in kleine Zöpfe geflochten waren. Auch hier fielen Flammraijl sofort seine ungewöhnlichen Augen auf. Rot wie geschliffene Rubine blitzten sie im Schein der Sonne. Zweifel überkamen den Elfen, denn die Augen erinnerten ihn unweigerlich wieder an den Drachen in dem Gewölbe. Über dem Lederwams trug der Mann ein langes Kettenhemd, dessen Ringe im Wind zeitweilig gespenstisch klirrten. Sein Umhang verbarg zwei dünne Klingen, anscheinend Rapiere, von denen je eine auf jeder Seite seines Gürtels hing. In einem Gurt der von seiner Schulter zum Waffengürtel lief, hingen einige Wurfdolche, die so angebracht waren, dass er sie schnell und unauffällig in seine Hand gleiten lassen konnte.
Die dritte und auffälligste Person stand, nun da sich Flammraijl vollends umgedreht hatte, ihm direkt gegenüber. Die stark nach außen getriebene Platte des Brustharnisches, wies eindeutig auf eine Frau hin. Geblendet von tausend tänzelnden Sonnen, die sich auf der glattpolierten Rüstung hin und her bewegten, musste Flammraijl die Augen zusammenkneifen. Sie trug einen Plattenpanzer aus reinem Mithril wie es ihn kein zweites Mal geben konnte. Dem Elfen stockte der Atem bei solch einer Pracht. Die Rüstung musste ein Vermögen wert sein. Ihr Helm war reich verziert und hatte kleine geschwungene Flügel an den Seiten. Unter dem Helm quollen lange schwarze Haare hervor, die der Wind spielerisch umher wehte. Über Ihrer Schulter ragte der Griff eines gewaltigen Schwertes empor. Das Heft war mit Edelsteinen versetzt, die das Licht der Sonne in mannigfaltige Farben brach. Neben dem Griff der Klinge war das Ende eines Kriegsbogens zu erkennen, der mit einem Lederband, das quer über die Platte ihres Brustpanzers lief, befestigt war. Auf einer Seite ihres breiten Ledergürtels, der mit kleinen goldenen Figuren beschlagen war, hing ein Köcher aus dem eine große Anzahl Pfeile ragten.
„Ich heiße Aldair, und mit wem habe ich das Vergnügen?“ Der junge Mann hatte sich als erster wieder im Griff und ging auf den alten Wanderer zu, dessen Frage Flammraijl schon völlig vergessen hatte. „Ich heiße Oriol. Wer sind denn eure Gefährten und was macht ihr überhaupt hier draußen?“ Der andere alte Mann kam langsam näher und stütze sich humpelnd auf seinen Stab. „Mein Name ist Ezrolith.“ Weder die Kriegerin noch Flammraijl sagten ein Wort. Sie blickten sich beide abschätzend an und ließen dann ihre Blicke über die Ebene streichen. Rings herum war nichts weiter als eine wüstenartige Ausdehnung zu erkennen. Doch Moment, was war das? Einige Schritte abseits des Zusammentreffens lagen die Überreste eines Körpers. Der Torso der Gestalt war seltsam verdreht und das rechte Bein sowie auch der Kopf fehlten. Unwillkürlich dachte Flammraijl wieder an den Drachen und die Lichtarme. Diese Person schien nicht so viel Glück gehabt zu haben wie er oder die anderen.
Als sich Flammraijl wieder zu Oriol herumdrehte fiel der Alte plötzlich auf die Knie. „Entschuldigt Gründler, dass ich Euch nicht gleich erkannt habe. Bitte, verzeiht einem alten Mann dessen Augen schon von der Sonne getrübt sind. Was tut Ihr hier draußen? Wo sind die anderen? Wo ist Euer Pferd ?....“ Erschreckt trat Flammraijl einen Schritt zurück und spürte nun die brennenden Blicke der anderen auf sich ruhen. „Was...wieso..?“ Unsicher über diese plötzliche Wendung blickte sich der Elf hilfesuchend um. Dann gewann er aber seine Fassung wieder und seine Stimme gewann an Kraft, als er zurück zu Oriol blickte und ihm mit der Hand gebot, sich zu erheben. „Steht auf. Niemand muss vor mir auf der Erde knien. Wo bin ich hier?“ Oriol blickte ihn fragend an, erhob sich aber nicht. Mit leicht zornigem Unterton wiederholte der Elf seine Bitte. „Steht endlich auf und dann erzählt mir wo wir hier sind!“ Vorsichtig erhob sich Oriol, vermied es aber weiterhin Flammraijl direkt in die Augen zu schauen. „Nun, Ihr befindet euch auf dem Bahr von Colin, einem großen Salzsee. Warum fragt Ihr? Erkennt Ihr denn nicht, wo Ihr seid?“ Der Elf schüttelte den Kopf. „Es mag sehr unwahrscheinlich für Euch klingen, aber wir kommen nicht von hier.“ Als Flammraijl seine Begleiter ansah nickten diese zustimmend. Dann fuhr er fort. „Wir sind eben erst angekommen, wenn man die Umstände dieser ungewöhnlichen Reise außer Acht lässt.“ Kurz erzählte Flammraijl ihm von dem Licht und dem plötzlichen Aufschlag hier. Die Geschichte mit dem Drachen verschwieg er zunächst, denn der Elf wusste, dass Drachen bei Menschen zeitweilig Panik und große Angst auslösen.
„ Aber seht doch, hier seid Ihr entlang gekommen.“ Oriol zeigte auf Fußspuren im Salz, die zu der Stelle führten an der die Gruppe nun stand. „Das kann nicht sein!“ Ezrolith folgte den Spuren ein Stück und bückte sich ab und zu, um die Abdrücke genauer zu untersuchen. „Die Spuren haben ihren Anfang im Nichts, führen aber dort hinüber, wo wir uns begegneten. Wir sind diesen Weg aber nicht entlang gegangen, sondern standen die ganze Zeit da, wo ihr uns gesehen habt.“ Jetzt bemerkte auch Ezrolith die Überreste des Körpers und humpelte kichernd zu den Überresten herüber. „Dann wollen wir doch mal sehen, was wir hier Schönes finden...“ Er ging in die Knie und tastete den zum Teil verschmorten Körper systematisch ab. Angewidert drehte Flammraijl sich wieder zu Oriol um. „Ich bin Flammraijl elvial gal Drachiraijl. Wie soll es jetzt weiter gehen?“ „Es gibt eine Stadt in der Nähe, Colin. Sie liegt etwa einen halben Tagesmarsch von hier entfernt. Ich denke wir könnten sie noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen.“
Ezrolith hatte seine Untersuchung mittlerweile beendet und humpelte zu den anderen zurück. Er hatte einen kleinen goldenen Ring in der Hand, den er Flammraijl zeigte. „Er hat eine Inschrift, die ich nicht zu lesen kann. Vielleicht vermögt Ihr es.“ Flammraijl nahm ihm den Ring ab und betrachtet das Kleinod. Es war eine einfache Schmiedekunst, nicht sehr wertvoll, aber auch nach genauer Betrachtung konnte der Elf die eingravierte Schrift nicht entziffern. Ezrolith sah die Ratlosigkeit im Gesicht des Elfen, als er den Ring in Augenschein nahm. „Vielleicht kann Oriol die Schrift lesen, Flamradsch....wie ist noch der Name?“ „Flammraijl elvial gal Drachiraijl“ wiederholte der Elf etwas verärgert. Ezrolith hob seine Augenbrauen. „Sag´ mal, der Name ist sehr schwer fehlerfrei auszusprechen. Wäre es für dich eine Beleidigung, wenn wir alle dich in Zukunft nur noch Flammraijl nennen?“ Flammraijl zögerte einen Augenblick, dann erinnerte er sich daran, dass es wegen der Aussprache seines Namens schon öfter zu Streitereien gekommen war und nickte zustimmend. Dann gab der Elf den Ring an den alten Wanderer weiter. Oriol betrachtete den Ring mehrere Augenblicke. „Tut mir leid, aber auch ich vermag diese Schrift nicht zu lesen. In Colin gibt es aber eine Bibliothek. Vielleicht steht in den dort gelagerten Büchern etwas darüber.“ Ezrolith nahm den Ring zurück und ließ ihn in eine seiner vielen Taschen gleiten. „Wir werden sehen...“